Mehrere Mieter im Mietvertrag Anwalt Mietrecht Neuruppin Wittstock
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Mehrere Mieter im Mietvertrag

Mieten mehrere Mieter gemeinsam eine Wohnung an, sind einige wichtige Besonderheiten zu beachten:

Mehrere Mieter sind Gesamtschuldner

 

Mehrere Mieter haften gegenüber dem Vermieter gemeinsam für alle Verpflichtungen aus dem Mietverhältnis als Gesamtschuldner.

 

Dies gilt z.B. für die Zahlung der laufenden Miete und der Betriebskosten, für Schadensersatz wegen Beschädigung der Wohnung oder für die Rückgabe der Wohnung bei Mietende.

 

Der Vermieter kann nach seiner Wahl jeden der Mieter in voller Höhe in Anspruch nehmen (aber den Gesamtbetrag nur einmal erhalten).

 

Schließen Ehepartner bzw. Lebensgefährten als Mieter gemeinsam einen Mietvertrag ab und zieht nach einer Trennung einer der Beiden aus der gemeinsamen Wohnung aus, haftet der ausgezogene Mieter gegenüber dem Vermieter trotzdem weiterhin für die laufende Miete, Betriebskostennachzahlungen etc.

 

Der bloße Auszug aus der Wohnung ändert also nichts an der vertraglichen Haftung als Mieter.

 

Zahlt der in der Wohnung verbliebene Mieter die volle Miete an den Vermieter, kann er von dem bereits ausgezogenen Mieter die Hälfte des gezahlten Betrages zurückverlangen.

 

Kündigung muss gegenüber allen Mietern erfolgen

 

Kündigt der Vermieter das Mietverhältnis, muss die Kündigung schriftlich gegenüber allen Mietern erfolgen, die im Mietvertrag stehen.

 

Andernfalls ist die Kündigung unwirksam. Dies gilt grundsätzlich auch, wenn einer der Mieter bereits ausgezogen ist.

 

Soll das Mietverhältnis durch die Mieter gekündigt werden, muss die Kündigung schriftlich durch alle Mieter gemeinschaftlich erfolgen.

 

Andernfalls ist die Kündigung unwirksam. Dies gilt auch nach Auszug eines Mieters.

 

Kündigung nach Trennung und Auszug eines Mieters

 

Haben mehrere Mieter eine Wohnung als Lebens- oder Wohngemeinschaft angemietet und zieht einer der Mieter (nach Trennung) aus, kann der ausgezogene Mieter von dem in der Wohnung verbliebenen Mieter verlangen, dass dieser an der Kündigung mitwirkt.

 

Auf diese Weise kann verhindert werden, dass der bereits ausgezogene Mieter weiterhin für eine Wohnung bezahlt, die er nicht mehr bewohnt.

 

Dies gilt aber nur, wenn der in der Wohnung verbliebene Mieter keine berechtigten Gründe für eine Fortsetzung des Mietverhältnisses hat.

 

Selbstverständlich können die Mietparteien auch vereinbaren, dass das Mietverhältnis mit dem verbliebenen Mieter allein fortgesetzt wird.

 

Fortsetzung des Mietverhältnisses nach Auszug eines Mieters

 

Wenn sich Paare trennen, stellt sich oft die Frage, was mit der gemeinsam angemieteten Wohnung geschehen soll.

 

Unproblematisch ist es in den Fällen, in denen beide Mieter kündigen und ausziehen wollen. Das wird z.B. dann der Fall sein, wenn die Wohnung zu groß bzw. zu teuer ist, um von nur einem Mieter gehalten zu werden.

 

In bestimmten Situationen erscheint es aber durchaus sinnvoll, dass einer der Mieter die Wohnung behält, z.B. in Städten mit einem angespannten Wohnungsmarkt.

 

Wenn die Mieter möchten, dass einer von ihnen auszieht und der andere das Mietverhältnis allein fortsetzt, muss dies mit dem Vermieter entsprechend vereinbart werden.

 

Eine solche Vereinbarung muss von sämtlichen Parteien des Mietvertrags unterzeichnet werden - andernfalls ist sie unwirksam.

 

Wenn z.B. der Mieter A ausziehen möchte und (allein) mit dem Vermieter vereinbaren würde, dass er aus dem Mietvertrag entlassen würde und Mieter B alleiniger Mieter bliebe, könnte das den Mieter B benachteiligen, wenn dieser nicht willens oder in der Lage wäre, die Miete allein zu bezahlen. Dies wäre ein Vertrag zu Lasten des B. Die Vereinbarung wäre daher vollständig unwirksam. 

 

Betriebskostenabrechnung bei mehreren Mietern

 

Im Allgemeinen werden Betriebskostenabrechnungen an alle Mieter einer Wohnung adressiert und diesen übersandt, schon um die Abrechnungsfrist gegenüber allen Mietern zu wahren und eine eventuelle Nachzahlung auch von allen Mietern fordern zu können.

 

Der Vermieter kann jedoch die Betriebskostenabrechnung auch nur an einen der Mieter versenden und eine Nachzahlung auch nur von diesem verlangen.

 

Zahlt dieser Mieter die Nachforderung allein und in voller Höhe an den Vermieter, kann er vom anderen Mieter Erstattung der Hälfte des gezahlten Betrages verlangen. Zuvor muss er allerdings die Abrechnung an den anderen Mieter weitergeleitet haben.

 

Wird die Betriebskostenabrechnung nur an einen Mieter versandt und ergibt sich aus der Abrechnung ein Guthaben, kann der Mieter aber nur Auszahlung des Guthabens an alle Mieter gemeinsam fordern – da es sich um eine von allen Mietern gemeinsam geleistete Überzahlung handelt.

 

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